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The never written (Hommage an Arthur Kaufmann)
Datierung: 2012
Person:
Maße: 120 × 85 × 53 cm
Material/Technik: Holz, mixed Media
Creditline: Artothek des Bundes
Beschreibung: „The never written (Hommage an Arthur Kaufmann)“

Arthur Kaufmann (1872-1938, Jurist und Philosoph), war als Teil des Wiener Fin des Siecle von seinen zahlreichen Freunden sowohl als Schachspieler wie auch als Philosoph geschätzt und verehrt.
Sein mehrfach angekündigtes Werk, welches die drei großen Themen Ästhetik, Erkenntnistheorie sowie Nationalökonomie behandeln sollte, wurde von Zeitgenossen wie Arthur Schnitzler und Stefan Zweig sehnsüchtig erwartet, blieb aber ungeschrieben.
Zu Lebzeiten wurde lediglich ein kurzer Aufsatz, der gegen die Relativitätstheorie Stellung bezieht veröffentlicht.
Die wichtigste biographische Quelle über ihn sind Tagebucheinträge Schnitzlers unter dem Titel „Gespräche mit K.“. Sonst blieb von ihm bloß ein unscharfes Foto sowie Aufzeichnungen seiner Schachpartien.
1917 wurde Kaufmann von einer tiefen Nervenkrise erschüttert. Während der Inflationszeit verlor er sein gesamtes Vermögen. 1938 wählte er wegen der Machtübernahme Hitlers den Freitod.

Die Skulptur zeigt eine Schachstellung Kaufmanns und stellt mittels leerer Buchbände sein ungeschriebenes Werk dar.
„The never written“ behandelt die Frage nach einer künstlerischen Existenz ohne Werk.
Reicht eine Idee aus um etwas Bleibendes zu hinterlassen?
Wo und wann fängt ein Werk an?
Letztendlich geht es um existenzielle Fragen einer künstlerischen Praxis im allgemeinen, sowie des großen Themas der Anwesenheit von Abwesenheit.
Formal an ein museales Erscheinungsbild angelehnt - als Vitrine samt Absperrungskordel -, stiftet die Skulptur dem Menschen Arthur Kaufmann posthum, sowie der reinen Idee einer kreativen Handlung ein kleines Monument.

Fabian Seiz
Objektnummer: 27677