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Una cosa incredibile è successa
Datierung: 2014/2016
Person:
Maße: Haus: 82 × 101 × 120 cm
Material/Technik: Multimedia Installation (diverse Materialien, Haus, Video)
Creditline: Artothek des Bundes
Beschreibung: Einer Theaterkulisse gleich öffnet sich das simple Haus als Schauplatz einer Handlung, die im Titel der Installation von Alfredo Barsuglia als „cosa incredibile“ angekündigt wird. Die Tat („è successa“) liegt in der nahen Vergangenheit. Was genau passiert ist, erfährt man nicht, sichtbar sind nur die Spuren. Das Setting suggeriert eine wohnliche Atmosphäre. Die imitierten Marmorfliesen und die Ornamente in Form von Sternen orientieren sich an den Wand- und Illusionsmalereien römischer Palazzi.
Der Kopf einer anonym bleibenden jungen Frau liegt – von einer Hängelampe hell erleuchtet – auf dem weißen Tisch. Fein säuberlich wurde entlang der Kontur von Hals und Haar das mit Bleistift gezeichnete Porträt aus dem Leinen getrennt. Eine offene Schere verdeutlicht den Akt des Schneidens. Die Szene erhält durch die kleine Lache, die über den Tisch zu Boden tropft, eine gewaltvolle Note. Die Grenze zwischen blutigem Ernst und illusionärem Spiel ist durchlässig. Hat sich die Person, die gerade den Kopf ausschnitt, unabsichtlich in den Finger geschnitten? Oder wurde jemand im Streit mit der Schere attackiert? Was ist tatsächlich passiert? Was ist das „Unglaubliche“, das passiert ist?
Folgt man als Hinweis dem Blick der porträtierten Frau, die als einzige Zeugin stumm bleibt, nimmt man einen Garten mit Bäumen wahr. In Form einer Projektion verbreitet das Video, das als Fenster zu einer möglichen Außenwelt fungiert, trübe Stimmung. Es regnet stark, der Wind bläst. Das Haus bietet Schutz vor dem Unwetter, doch nicht vor dem, was hinter der freigelegten Fassade vonstattengeht.

Alfredo Barsuglia
Objektnummer: 28085